Gebrochene Schriften im Vergleich

Quelle: WIKIPEDIA
 
 

Die von uns benutzte Schrift wird „Schwabacher“ genannt.

Als Schrift für den Buchdruck wurde sie erstmals 1472 bei einem Augsburger Wiegendruck verwendet sowie 1485 in Nürnberg und 1490 zum Druck der Schedelschen Weltchronik verwendet.

Die Namensherkunft ist ungeklärt, da es im gleichnamigen Ort Schwabach keine Druckerei gab und auch ein Schriftschneider dieses Namens unbekannt ist.

Sie entwickelte sich schnell zur vorherrschenden Schriftart im deutschen Sprachraum, vielleicht auch, weil auch Martin Luther seine Texte und die von ihm ins Deutsche übertragene Bibel in „Schwabacher“, und nicht in der von der katholischen Seite verwendeten „Textur“, drucken ließ. 

Da auch die von Luther mitverfassten und 1529 in Schwabach den Abgeordneten  oberdeutscher Städte als Glaubensbekenntnis der lutherischen Reichstände übergebenen „Schwabacher Artikel“ in dieser Schrift gedruckt waren, könnte sie auch erst hier ihren Namen erhalten haben.

Im Jahr 1941 verboten die Nazis im „Normalschrifterlass“ die Verwendung der sog. „Gotischen Schrift“ und bezeichnete die „Schwabacher“  als „Judenletter“. 

Damit verboten die Nazis nicht nur eine schöne Schriftart, sondern bewiesen ihre völlige Unkenntnis der Schriftgeschichte. Im Spätmittelalter waren Drucker in Zünften zusammengeschlossen und Menschen jüdischen Glaubens durften nicht Mitglied in einer solchen sein. Wie hätten sie also mit der „Schwabacher“ drucken sollen?

Die von uns ausgegebenen Urkunden sind in „Schwabacher“ geschrieben,

weil es eine schöne Schrift ist und allen Nazis zum Trotz!

 

Unter Verwendung eines Textes des „Bund für deutsche Schrift und Sprache e.V“